Gerade Kinder, die uns am meisten Schwierigkeiten machen, suchen Anerkennung und Aufmerksamkeit!

Manchmal schleicht es sich bei uns Eltern so ein, dass wir mehr bei unseren Kindern wahrnehmen, was nicht so gut funktioniert.

Vielleicht kennen Sie nachfolgende Situation.

Sie – als Mama – kommen selbst gestresst aus Ihrem Halbtagsjob nach Hause. Mussten vorher noch schnell einkaufen und dann das Essen zubereiten. Ihr Kind kommt freudig zur Tür herein, wirft den Schulranzen in die Ecke, die Jacke daneben und …??? Wie reagieren Sie?

Wahrscheinlich liegt Ihr Fokus auf den nicht ordentlich weggeräumten Sachen und Sie teilen das auch Ihrem Kind heftig mit. Ihr Kind – was Ihnen eigentlich etwas Schönes mitteilen wollte – sagt nichts mehr zu Ihnen und im Gegenteil, es stellt im Laufe des Tages einiges an Unsinn an, was Sie “zum Explodieren” bringt. Es fordert Ihre Aufmerksamkeit dann immer mehr mit seinem negativen Verhalten.

Ja, Ihr Kind möchte Ihre Aufmerksamkeit.

Es möchte gesehen, gehört und geliebt werden. Bekommt es die Aufmerksamkeit nicht so oft über die positiven guten Momente, dann gibt sich Ihr Kind auch mit negativer Aufmerksamkeit zufrieden. Hauptsache, es bekommt Ihre Aufmerksamkeit.

Zugegeben, als Eltern ist man oft überfordert. Unsere Aufmerksamkeit auf unser Kind ist durch den stressigen Alltag beeinträchtigt und oft können wir das Verhalten unseres Kindes überhaupt nicht verstehen.

Mir ging es auch so. Ich habe 4 Söhne und einer „tanzte“ so richtig aus der Reihe als er klein war. Er brachte mich oft zur Weißglut, weil er ständig mit seinen Brüdern stritt und ich musste ihn jeden Tag schimpfen oder sogar bestrafen. Es war ihm egal. Er suchte nach Aufmerksamkeit, auch wenn er sie negativ erfuhr. Je mehr ich meine Aufmerksamkeit auf sein negatives Verhalten lenkte, umso mehr Streit hatten wir. Erst als ich anfing, das Positive zu verstärken, erreichte ich eine Veränderung seines Verhaltens. (Damals wusste ich noch nicht, dass er sich in seiner Rolle behaupten musste. Er war der Zweitgeborene und dann kamen auch noch Zwillinge, er war ein sogenanntes „Sandwichkind“. Nach unten und nach oben “kämpfen und boxen”).

Solche Situationen, wie vorher beschrieben, müssen nicht sein. Wir hören immer wieder im Coaching-Vorgespräch mit Eltern, dass diese ein “Problemkind” hätten.

Wir sagen dann immer: “Es gibt kein Problemkind, es gibt nur ein Kind mit einem Problem!”

Wenn Sie Ihr Kind in diesen oder ähnlichen Situationen wiederfinden, dann hat Ihr Kind ein Bedürfnis und möchte, dass dieses gestillt wird. Ihr Kind möchte ein Teil Ihrer Familie sein, möchte einfach nur geliebt werden und möchte das sehen, spüren und hören. (Das heißt nicht, dass Sie alles durchgehen lassen und es keine Konsequenzen spüren darf, für evtl. Fehlverhalten).

Wir möchten, dass Sie sich nochmal an die Vergangenheit erinnern. Wie hat denn Ihr Kind in den ersten Lebensjahren diese großartige Entwicklung geschafft, diese vielen Dinge gelernt, wie Laufen, Sprechen, Klettern, Essen, usw. ?

Durch Sehen, Hören und Spüren.

Auch wenn Ihr Kind schon groß ist, möchte es noch genau dasselbe erleben!

Ihr Kind möchte sehen:

  • An Ihrem Blick, dass Sie seine Stärken und tollen Eigenschaften schätzen

  • An Ihrer Körperhaltung, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann

  • Ein Lächeln, wenn es das Zimmer betritt

  • Sie als Vorbild

  • Werte, die Sie ihm vorleben

  • Freude, Spaß und Lachen bei Ihrer Arbeit

  • Dass Sie sich untereinander lieben

  • Ein respektvolles Miteinander

Ihr Kind möchte hören:

  • „Ich habe Dich lieb!“

  • „Du gibst Dir richtig Mühe!“

  • „Du kannst stolz auf Dich sein!“

  • „Ich bin stolz auf Dich!“

  • „Ich freue mich, dass Du mir so hilfst, bei…!“

  • „Du bist ein liebevoller Bruder / eine tolle Schwester!”

  • „Schön, dass ich mich so auf Dich verlassen kann!“

  • „Danke, dass Du mir hilfst!“

  • „Super, wie selbstständig Du Deine Hausaufgaben machst!“

  • „Deine Schwester kann stolz sein, so einen großen Bruder zu haben!“

Ihr Kind möchte spüren:

  • „Ich bin in Ordnung!“

  • „Ich werde geliebt!“

  • „Ich bin ein wichtiger Teil in dieser Familie!“

  • „Mama und Papa sind für mich da!“

  • „Ich darf auch mal einen Fehler machen!“

  • „Mama und Papa hören mir zu!“

  • „Ich bin wichtig!“

  • „Ich mache viele Dinge richtig gut!”

Wir möchten Ihnen zum Schluss eine kleine Metapher erzählen, die Metapher von Pygmalion, dem Bildhauer.

„Wir, Eltern, sind Bildhauer und unsere Werkzeuge sind die Erwartungen, mit denen wir – ob bewusst oder unbewusst – das Bildnis unserer Kinder formen und prägen. Unsere Kinder spiegeln unsere Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen – positiv wie negativ. Was wir von unseren Kindern halten, überträgt sich auf Ihr Verhalten und auf Ihre Leistungen!“

Verändern Sie noch mehr Ihren Fokus und Sie bewirken Wunder!

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