Wie schon in unserem NL angekündigt, möchten wir Ihnen in diesem Blogartikel die „5 Sprachen der Liebe“ näherbringen und Ihnen zeigen, wie Sie diese in Ihrem Familienalltag umsetzen können.

Es steht außer Frage, dass Sie Ihr Kind/Ihre Kinder lieben. Doch haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt, ob das bei Ihrem Kind auch ankommt? Haben Sie manchmal das Gefühl ein „Ich habe Dich lieb!“ reicht Ihrem Kind nicht, da ist noch etwas anderes, was Ihr Kind braucht?

Wie man Liebe zum Kind/zum Partner/Partnerin ausdrücken kann, lässt sich mit den „5 Sprachen der Liebe“ erklären. Für uns gab es zum Teil neue und sehr wertvolle Erkenntnisse. Viele Dinge machen Eltern schon instinktiv. Doch es lohnt sich einmal genauer hinzuschauen. Zu schauen, in welcher „Sprache der Liebe“ Ihr Kind oder Ihr Partner/Partnerin empfangen und in welcher sie senden.

Da ist z.B. das Kind, das gerne kuschelt und sich so die Zuwendung von Mama/Papa holt. Ein anderes Kind freut sich über gemeinsame Unternehmungen. Das andere Kind hilft z.B. bei der Hausarbeit oder bastelt Ihnen gerne kleine Geschenke und freut sich über Ihr Lob und Ihre Anerkennung.

Ihr Partner zeigt Ihnen zum Beispiel seine Zuneigung, indem er für Sie Aufgaben erledigt, ohne dass Sie etwas sagen müssen.

Sie wiederum hören gerne Komplimente aus dem Munde Ihres Partners/Ihrer Partnerin.

Es ist total spannend, einmal alle Familienmitglieder zu betrachten und zu schauen, was ihnen guttut und wie sie ihre Zuneigung zeigen.

Aber auch die Einladung, sich selbst zu reflektieren – wie zeigen Sie denn Ihre Liebe, Ihre Wertschätzung anderen bzw. in welcher Sprache senden Sie?

Und ganz wichtig, in welcher Sprache empfangen Sie?

Jetzt möchten wir Ihnen die „5 Sprachen der Liebe“ einmal näher erläutern.

  1. Anerkennung und Lob
  2. Zweisamkeit
  3. Geschenke
  4. Hilfsbereitschaft
  5. Zärtlichkeit/Berührungen
  1. Anerkennung und Lob

„Ich habe Dich lieb!“, „Das hast Du toll gemacht!“, „Ich bin stolz auf Dich!“, „Du schaffst das!“, „Ich glaub an Dich!“

Wer hört solche Sätze nicht gerne! Schon die Kleinsten reagieren auf Worte, die oft auch verbunden sind mit entsprechenden Gesten und einer offenen Körperhaltung.

Erinnern Sie sich doch daran, als Ihr Kind klein war und es etwas Neues gelernt hatte, wie stolz waren Sie darüber, dass Sie dies in Worten, aber auch in Handlungen zum Ausdruck gebracht haben. Sie haben dabei geklatscht, Ihr Kind in den Arm genommen oder es gestreichelt. Untermalt noch mit Ihrer fröhlichen Stimme, wurde dies im Kind verankert. „Mama findet es toll was ich mache – Mama hat mich lieb!“.

Das Kind entwickelt so ein gutes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, es fühlt sich wohl, wertgeschätzt und geliebt!  Diesem Kind wird es auch möglich sein, in dieser Sprache zu senden!

Kinder, die wenig gelobt werden, tun sich schwer damit, machen sich selbst oft klein und können auch schlecht in dieser Sprache senden.

Unsere Tipps:

  • Reden Sie viel mit Ihrem Kind, vor allen Dingen auch über Gefühle. Kinder, die nicht gelernt haben, über Gefühle zu sprechen, können oft auch als Erwachsene nicht über Gefühle sprechen
  • Loben und anerkennen Sie die Dinge, die Ihr Kind gut macht
  • Nehmen Sie Ihr Kind dabei ernst
  • Untermalen Sie Ihre Worte mit Handlungen – streichen Sie über die Hand oder den Kopf, klopfen Sie auf die Schulter, geben Sie „high five“ etc.
  • Wenn Sie merken, dass Ihr Kind in dieser Sprache empfängt, dann achten Sie darauf, wie Sie etwas sagen, wenn Ihnen einmal etwas missfällt. Ihr Kind ist dann sehr empfänglich für Worte und wird sich bestimmte Dinge sehr zu Herzen nehmen. Denken Sie immer daran – Ihr Kind ist total in Ordnung wie es ist, es hat vielleicht gerade nur etwas gemacht, das Ihnen nicht gefällt oder das nicht geht. Wie wäre es mit diesem Satz: „Ich liebe Dich und Dein Verhalten (hier einsetzen, was stört) stört mich!“

So lernt Ihr Kind, dass es in Ordnung ist, es macht nur ab und zu etwas, das Mama oder Papa nervt oder das nicht gut ist. So legen Sie den Grundstein für ein gutes Selbstwertgefühl. Ihr Kind ist in Ordnung, so wie es ist! Nur sein Verhalten ist ab und zu nicht in Ordnung!

Wenn Sie mal wütend sind und merken, Sie haben überreagiert, dann gehen Sie hin zu Ihrem Kind und entschuldigen sich. Das ist ganz normal, dass auch wir Eltern ab und zu keine Nerven haben und etwas machen, das uns hinterher leidtut. Sich hinterher bei Ihrem Kind zu entschuldigen, zeigt Ihre Stärke. Ihr Kind wird Achtung vor Ihnen haben. So lernt Ihr Kind aber auch, dass es sich selbst auch entschuldigt, wenn es etwas falsch gemacht hat.

2. Zweisamkeit

In dieser Sprache geht es darum, die Zeit, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, möglichst sinnvoll zu nutzen.  „Jetzt habe ich Zeit für Dich, alles andere kann warten!“

Es kommt hierbei nicht auf die Länge der Zeit an, die Sie mit Ihrem Kind verbringen, sondern dass Ihr Kind in dieser Zeit Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit hat.

Vielleicht kennen Sie das? Ihr Kind stellt alles Mögliche an, nur um Ihre Aufmerksamkeit zu erlangen? Auch wenn es diese negativ erfährt?

Dann fordert Ihr Kind, Zeit mit Ihnen zu verbringen. Kinder, die in dieser Sprache der Liebe senden, möchten Zeit mit Ihnen verbringen, möchten erzählen, sich mitteilen, sie wollen gesehen und gehört werden!

Auch wenn Sie vielleicht wenig Zeit haben, sich intensiv mit Ihrem Kind zu beschäftigen, weil Sie berufstätig sind z.B., so geben Sie der wenigen Zeit die Fülle, die es braucht.

So spürt Ihr Kind, dass es Ihnen wichtig ist, Zeit mit ihm zu verbringen, dass Sie sich wohlfühlen, wenn Sie etwas mit Ihrem Kind machen! Und so fühlt sich auch Ihr Kind wohl und geborgen!

Unsere Tipps:

  • Nehmen Sie sich jeden Tag Zeit für Ihr Kind, es kommt nicht darauf an, was Sie machen, sondern dass Sie die Zeit mit Ihrem Kind sinnvoll nutzen
  • Hören Sie aufmerksam zu und seien Sie ganz bei Ihrem Kind. Handy Nachrichten oder Mails können warten
  • Schauen Sie Ihr Kind dabei an. Geben Sie ihm eine Rückmeldung, dass Sie verstehen, was es Ihnen erzählt
  • Nehmen Sie die Gefühle Ihres Kindes ernst

3. Geschenke

Geschenke sind für alle Menschen toll!

Gerade auch Kinder, die diese Sprache sprechen, lassen sich gerne beschenken. Aber sie beschenken auch gerne.

Erinnern Sie sich doch mal an die Kindegartenzeit. Wie stolz hat Ihnen Ihr Kind sein gemaltes Kunstwerk oder sein Selbstgebasteltes geschenkt. Wie glücklich war es oder ist es, vielleicht haben Sie ja noch ein Kind im Kindergartenalter, über Ihre Freude und wenn das Bild auch noch einen schönen Platz in der Wohnung findet.

Ihr Kind hat sich Gedanken gemacht über Sie, während es das Bild malte oder etwas bastelte. Es ist sein Ausdruck von „Ich mag Dich!“, „Du bist für mich wertvoll!“. Genau darum geht es und nicht um den materiellen Wert.

Auch wenn Ihr Kind schon älter ist – es geht um die kleinen Aufmerksamkeiten im Alltag. Seien Sie hier einmal achtsam!

Wenn Sie Ihrem Kind ein Geschenk machen, dann tun Sie dies wohlüberlegt. Geschenke sollten nicht gemacht werden zur Belohnung oder zur Bestechung – „Wenn Du dies oder das machst, dann bekommst Du…!“.

Geschenke sollten auch nicht gemacht werden aus einem schlechten Gewissen heraus, weil Ihnen evtl. die Zeit fehlt, sich mit Ihrem Kind zu beschäftigen.

Geschenke sollten wohlüberlegt und von Herzen kommen, als Zeichen „Ich hab Dich lieb!“, „Schön, dass es Dich gibt!“.

Überhäufen Sie allerdings Ihr Kind nicht mit Geschenken, sonst sind diese bald nur eines von vielen und Ihr Kind schenkt diesem keine Beachtung.

4. Hilfsbereitschaft

Wer diese Sprache der Liebe spricht, zeigt dem Anderen seine Zuneigung in dem er ihm hilft und dem anderen etwas Gutes tut. Der sieht die Arbeit, ohne dass man ihn darauf aufmerksam machen muss. Er macht das gerne für den anderen.

Da ist z.B. das Kind, das gerne den Tisch deckt oder zusammen mit Ihnen kocht. Das Ihnen hilft, die Spülmaschine auszuräumen. Auch wenn dabei am Anfang vielleicht etwas schief geht, seien Sie hier nachsichtig.  Sätze, wie: „Du kannst das nicht!“, „Du bist zu klein!“, „Du machst alles schmutzig!“, sind hier nicht von Vorteil.

Ihr Kind will Ihnen etwas Gutes tun. Wenn Sie das erkennen und Sie dies liebevoll wertschätzen, werden Sie eine gute Beziehung zu Ihrem Kind aufbauen.

Diese Sprache heißt aber nicht, dass Sie Ihrem Kind alles abnehmen. Im Familienalltag ist es wichtig, dass Kinder auch Aufgaben übernehmen. So lernen Sie auch eigenverantwortlich und selbstständig zu handeln.

Es kommt immer auf das Alter des Kindes an. Nehmen Sie sich Zeit, Ihrem Kind bestimmte Aufgaben zu erklären und zu zeigen, wie es geht, damit es diese in Zukunft selbstständig erledigen kann. Üben Sie sich hier in Geduld, wenn manche Dinge nicht gleich an Anhieb klappen. Übung macht den Meister!

5. Zärtlichkeit

Hierzu zählen alle Formen der gewaltfreien Berührung – streicheln, knuddeln, einen Kuss geben, hochwerfen und auffangen, liebevolles Raufen, auf die Schultern klopfen, in den Arm nehmen, etc.

Babys, die gestreichelt werden, die Berührungen erfahren, die liebkost werden, werden sich emotional gesünder entwickeln, als Babys die nur berührt werden, wenn sie angezogen werden.

In einer Ausbildung zur MarteMeo Methode haben wir ein Video angeschaut von einer Mutter und Ihrem Baby. Die Mama hat das Baby umgezogen und gewickelt und keinen Ton mit ihm gesprochen. Das Baby hat die ganze Zeit geschrien. Die Mama war irgendwann so genervt, sie wusste nicht, wie sie das Baby beruhigen sollte.

Die Mama hat dann gelernt, mit dem Kind während des Wickelns und Umziehens zu sprechen, es anzusehen und alles, was sie macht, zu benennen. Nach ein paar Tagen war das Kind still und zufrieden beim Wickeln. Was ist passiert? Vorher hat die Mama einfach nur gemacht. Das Baby wusste nicht, was mit ihm geschieht. Nachdem die Mama nun mit dem Kind sprach und die Dinge beim Namen nannte, es auch zwischendurch liebkoste, bekam das Baby Orientierung. Es hatte mehr und mehr Vertrauen zu seiner Mama. „Mama meint es gut mit mir!“.

Viele Kinder sprechen die Sprache der „Zärtlichkeit“! Sie brauchen Berührungen und Körperkontakt in Verbindung mit liebevollen Worten. So fühlen sich diese Kinder geliebt und angenommen

Natürlich ist das in jedem Alter anders.

Bei größeren Kindern, etwa wenn diese in die Pubertät kommen und Körperkontakt eher gerade nicht so angesagt ist, genügt es oft schon, wenn man ihnen auf die Schultern klopft und so seine Wertschätzung zeigt.

Jetzt wünschen wir Ihnen viele AHA-Erlebnisse mit den „5 Sprachen der Liebe“! Vielleicht wird Ihnen so manches klarer!

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